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Buchvorstellung: Lernstörungen bei Kindern

Buchvorstellung: Lernstörungen bei Kindern

Ursachen ganzheitlich erkennen - nachhaltige Lösungen finden

von Brigitte Vogt

Viele Kinder haben in der Schule Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen, Erlerntes umzusetzen und anzuwenden. Eine Lernstörung ist heutzutage keine Seltenheit. Viele der Kids sind bereits in der Grundschule von einer Lernstörung betroffen; bei manchen macht sich die Lernstörung erst in den höheren Klassen bemerkbar.

Betroffene Eltern haben es schwer, sich eine umfassende Übersicht über alle Therapieangebote zu machen. Die gängigen Therapien basieren meist auf Lern- und psychotherapeutischen Konzepten, die allerdings aus komplementärmedizinischer Sicht wichtige Themen wie Osteopathie oder Ernährung bei der Behandlung von einer Lernstörung leider nicht berücksichtigen. Mit ihrem Buch „Lernstörungen bei Kindern“ schließt die Autorin Brigitte eine große Wissens- und Informationslücke bei betroffenen Eltern.

ISBN 978-3-943261-02-8

128 Seiten, Hardcover

Preis: 16,80 €

Hier kann man das Buch kaufen

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Buchvorstellung: Lernstörungen bei Kindern

Gelesen und kommentiert von Anja Düringer *

Brigitte Vogt stellt in ihrem Buch eine Vielzahl möglicher Ursachen für Lernstörungen vor und zieht hierbei sowohl schul- als auch alternativmedizinische Erkenntnisse in Betracht. Sie gibt viele wertvolle Impulse und Anregungen, über den Tellerrand der herkömmlichen Diagnose hinaus und breitgefächert nach Ursachen zu schauen, um Lösungen jenseits der bei Lernstörungen üblichen Therapien zu suchen.

Einige der vorgestellten Ursachen sind sehr detailliert beschrieben, während andere nur kurz angerissen werden, was der komplexen, gut lesbaren Zusammenfassung auf 120 Seiten geschuldet ist.

Neben den ausführlich geschilderten möglichen körperlichen Ursachen und sehr hilfreichen Informationen zum Thema „Atmung“ und „Traumatische Erlebnisse“ fasst sie unter „Psychische Ursachen“ auch einige gängige Erziehungstipps zusammen, darunter auch die in populärwissenschaftlichen Erziehungsratgebern inzwischen recht abgedroschene Phrase „Kinder brauchen Grenzen“. Dieser Teil des Buches ist deutlich zu kurz und plakativ, als dass es Eltern von Kindern mit Lernstörungen wirklich weiterhelfen könnte.

Manche der aufgezeigten Lösungsideen sind mit wenig Aufwand selbst umsetzbar (z.B. Ernährungsumstellung), andere erfordern eine weitergehende Diagnostik und das Aufsuchen von Spezialisten, hier empfiehlt sich eine Auflistung von Kontaktadressen, Webseiten etc., außerdem wäre zur Vertiefung einzelner Themen ein Literaturverzeichnis hilfreich.

Enttäuschend ist auch die unreflektierte Aussage im Vorwort, dass 3-7% der schulpflichtigen amerikanischen Kinder von Störungen wie ADHS betroffen sind (was ist hier die Quelle?). Zwar erwähnt Frau Vogt „immer wieder mal Fälle von Fehldiagnosen“, hier wünscht man sich von einer Alternativmedizinerin jedoch eine klarere Position. Die Tatsache, dass die Diagnostik von ADHS in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen und sich die Verschreibung von Methylphenidat (meist bekannt unter dem Markennamen Ritalin) seit 1999 um 700 Prozent angestiegen ist (Quelle: BOPST), es sich bei dieser Diagnose also häufig um ein gesellschaftlich konstruiertes Krankheitsbild handelt, von dem Mediziner und Pharmaindustrie profitieren, bleibt leider unerwähnt.

Fazit: Trotz der oben genannten Kritikpunkte ein wirklich hilfreiches Buch für all diejenigen, die die Diagnose „Lernstörung“ nicht unhinterfragt hinnehmen wollen. Es gibt viele wertvolle Anregungen, nach alternativen Ursachen und Lösungen zu suchen, um in der Schule auffälligen Kindern nicht automatisch den leichtfertig vergebenen Stempel Problemkind aufdrücken zu lassen.

* Anja Dürringer, 43 Jahre alt, Bildungswissenschaftlerin BA, Projektmitarbeiterin des Bundesprojektes "Elternchance ist Kinderchance", langjährige Referentin in der Erwachsenenbildung mit Schwerpunktthemen Bindung, Kommunikation und Bildung, Dozentin des Elterntrainings KESS-Erziehen, 3 eigene Kinder (15,13 und 9 Jahre alt)

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