Zeitschrift für Feng Shui, Geomantie, Radiästhesie, Energetik u.v.m.
1. Oktober 2012
von Kai Vogelsang
Der Hamburger Sinologe Kai Vogelsang legt eine fulminante Geschichte Chinas vor.
Chinas 5.000-jährige Geschichte – es schreibt sich so leicht dahin. Die Floskel geht zumeist einher mit einer Verbeugung vor der Kontinuität einer unvergleichlichen Kultur, die aus der Frühzeit bis in die Gegenwart reicht und die gerade eine neue, verblüffende Vitalität entfaltet. Beispiellos!
Nichts daran ist falsch, gewiss nicht die Bewunderung für die Leistungen der jahrtausendealten chinesischen Kultur. Falsch ist allein die Floskel selber, das schnell dahingesagte oder -geschriebene Wort. Denn sie blendet allzu leicht das Komplexe und Ambivalente aus. Nun sind es aber gerade die Brüche, die Abstürze und Neuanfänge, die den Reichtum der Geschichte ausmachen. Eine Geschichtsschreibung, die Diskontinuitäten negiert, wird zur Ideologie. In diesem Fall heißt das: Es gibt das »ewige China« nicht, hat es nie gegeben.
Dies ist die Arbeitshypothese, mit der sich der Hamburger Sinologe Kai Vogelsang ans Werk gemacht hat. In seiner fulminanten Geschichte Chinas legt er sich mit der traditionellen chinesischen Historiografie ebenso an wie mit der klassischen Sinologie des Westens. Sein donnerndes Verdikt: »›China‹ und die ›Chinesen‹ sind Geschöpfe der Geschichtsschreibung.« China und die Chinesen in Anführungszeichen, das fängt ja gut an!