Zeitschrift für Feng Shui, Geomantie, Radiästhesie, Energetik u.v.m.
29. November 2012
von Marianne Rattay
Es gibt viele Bräuche rund um Weihnachten, deren Ursprünge in heidnischer Zeit zu finden sind. Am vierten Dezember werden Zweige von Obst- und Blütentragende Ziergehölzen in die winterlichen Stuben geholt und in Wasser gestellt, damit sie am Weihnachtsabend blühen.
Die tiefe Symbolik dahinter hat mit Tod und Wiedergeburt zu tun. Das Aufblühen der Zweige brachte den Menschen die Hoffnung wieder, dass die dunkle unheilvolle Zeit vorübergehen werde, und dass das Licht der Sonne ab der Weihnachtsnacht wieder zunimmt.
Allmählich aber so gewiss, wie die Blüten am Zweig erblüht sind. Bevorzugt werden Kirschzweige geschnitten. Ursprünglich symbolisieren die weißen Blüten der Kirsche die Unschuld, die silberne Rinde den Mond mit seinem wandelbaren Charakter und somit den weiblichen Fruchtbarkeitszyklus.
Die reifen, roten Früchte symbolisieren die voll erblühte Frau, die ja an Weihnachten das neue Licht in der Gestalt des Kindes gebiert. Was in früheren Zeiten der Göttin geweiht war, wurde in christlichen Zeiten wegen der oft eindeutig sexuellen Bezüge und der Aufforderung zur Ausschweifung, die sich in der Kirsch-Symbolik versteckt, zur verbotenen Frucht (wie auch der Apfel).
Kirschblüten auf Bildern der Jungfrau Maria sind ein heimlicher Tribut an die Göttin. Der Brauch, am 4. Dezember, dem Barbaratag, Kirschzweige ins Wasser zu stellen, die bis Weihnachten blühen sollten - was dann Glück bringt -, ist der einzige bis heute noch überlieferte Kirschenbrauch in Europa, während in Asien, besonders in Japan, ein regelrechter Kult um die Kirschblüte existiert.
Es gibt ein Kirschblütenfest, und die gezüchteten, meist rosa blühenden Bäume werden als Götter geehrt.
In Schlesien hielt sich lange der Brauch, dass heiratslustige Mädels mehrere Zweige mit den Namen ihrer Verehrer versehen in eine Vase stellten. Voller Erwartung wurde beobachtet, welcher Zweig als Erster seine Blüten öffnete. Der Mann, nach dessen Name dieser Zweig benannt war, sollte dann der Auserwählte für die Zukunft sein.
Der christlichen Legende nach soll die Jungfrau Barbara am 4. Dezember 306, wegen ihres standhaften Glaubens, ihrem Martyrium erlegen sein. Am Weihnachtstag sollen dann, den Überlieferungen zufolge, Blumen auf ihrem Grab die Blüten geöffnet haben. Glaube und Aberglaube haben bis heute den Brauch erhalten, am Barbaratag einen Kirschzweig ins Wasser zu stellen.
In vielen Gegenden bekommt jedes Familienmitglied seinen Zweig. Derjenige, dessen Zweig am schönsten aufgeblüht ist, hat im folgenden Jahr das größte Glück zu erwarten. Auch heute besinnt man sich dieser Sitte und stellt in dieser Zeit abgeschnittene Zweige und Triebe in eine Vase. Etwa um die Weihnachtszeit öffnen sich dann im warmen Zimmer die Knospen und frisches Grün und zarte Blühen erfreuen uns mitten im Winter.
Für diesen Brauch sind außer den Kirschzweigen natürlich auch die Zweige von Zierkirschen, Zierpflaumen, Mandelbäumchen sowie Forsythien geeignet. Unter den Blütengehölzen gibt es viele brauchbare Gattungen und Arten. Japanische Quitte, Goldregen, Ginster, Zierjohannisbeere, Hasel, Weide, Schlehe und Kornelkirsche können auf diese Weise angetrieben werden.
Es müssen aber nicht nur Blütengehölze sein, auch Birkenzweige sehen wunderschön aus, wenn die lichtgrünen Blättchen hervor sprießen. Zum sicheren Aufblühen ist es notwendig, dass man die Zweigenden lang anschneidet oder das Holz mit dem Hammer leicht anklopft, bevor man sie in die Vase stellt.
Die Wasseraufnahmefähigkeit wird dadurch vergrößert.